Onno’s Geheimnisse

Heute, am ANZAC Day, haben wir unseren geliebten Campervan Onno erfolgreich verkauft. Bis es zum Verkauf kam, mussten wir jedoch einige Tage bangen und gingen durch emotionale Höhen und Tiefen. Leider fanden wir in Perth keinen geeigneten Käufer, weil Onno ein South Australia Kennzeichen hatte und dieses in Westaustralien nicht beliebt ist. Grund hierfür ist ein umfangreicher Check (eine Art TÜV), welcher Voraussetzung für ein Kennzeichenwechsel ist. Aus diesem Grund entschieden wir nicht ein Angebot eines Autohändlers in Höhe von 3000 AUD anzunehmen sowie den bereits gebuchten Flug von Perth nach Adelaide anzutreten. Stattdessen bevorzugten wir die 2700 km lange Autofahrt nach Südaustralien, welche 3,5 Tage dauerte.

Glücklicherweise meldeten sich in Adelaide eine Hand voll Interessenten auf unsere Anzeige. Am Telefon beantwortete Michael alle Fragen, bis schließlich ein potentieller Käufer aus Sydney ernsthaftes Interesse bekundete. Unglaublich, dieser Mann flog mit seiner Frau von Sydney nach Adelaide, um sich das Auto anzusehen und, zum Glück für uns, zu kaufen. Noch am Vortag schrieb er eine SMS, dass er leider keinen Flug bekommt und nicht kommen kann. Dies als kleines Beispiel eines der emotionalen Tiefs. Den Verkauf bereiteten wir bis ins kleinste Detail bestens vor, sodass alle Macken des Fahrzeugs überspielt werden konnten. Am Ende waren wir mit dem Verkaufserlös von 6400 AUD (Kaufpreis 7500 AUD) doch sehr zufrieden und uns ist eine große Last von den Schultern gefallen.


10 Dinge, die ihr über Onno noch nicht wisst

  • Gleich am Tag nach dem Kauf, hatten wir große Probleme beim Anlassen, sodass Onno in der Werkstatt einen neuen Anlasser bekam. Zum Glück war dieser über die erworbene Garantie abgedeckt.
  • Leider hatten wir die Startprobleme noch nicht ganz im Griff. Bei 43°C in Kalgoorlie ging nichts mehr und wir mussten bis Sonnenuntergang warten, ehe bei etwa 35°C der Motor wieder lief.
  • Im Nationalpark Nähe Albany rammt Michael beim rückwärts Einparken einen Holzpfeiler, sodass die Stoßstange samt Auspuff ordentlich verbogen wurde. Danach klapperte der Auspuff hin und wieder am Metall. Ein weiterer Holzpfahl wurde beim Ausparken etwas zurechtgerückt, als der Vorwärtsgang noch eingelegt war. Glücklicherweise hat der Känguruh-Rammbock diese Aktion ohne Schaden überstanden.
  • Beim Wenden in drei Zügen setzte Madlen den Karren rückwärts in den Seitengraben. Dank des Heckantriebs hatten wir keine Chance aus dieser misslichen Lage aus eigener Kraft herauszukommen.  Der Auspuff musste mal wieder dran glauben und etwas Dreck schlucken, bis uns ein hilfsbereiter Australier mit seinem Geländewagen und einem Abschleppseil aus dem Graben zog.
  • Gleich bei unserer ersten Weinverkostung (am Ende 75 verschiedene Weingüter!) sprang unser Gefährt mal wieder nicht an. Da das Weingut nach über zwei Stunden warten bald seine Pforten schloss, entschieden wir uns den Onno etwa 50 Meter vom Hof zu schieben. Selbstverständlich sprang der Motor nach dieser Anstrengung bei einem weiteren Versuch direkt an.
  • Natürlich hatte Onno auch eine Klimaanlage,  welche im Stand regelmäßig den Motor abwürgte und hin und wieder seltsame Geräusche von sich gab. Ein Grund, diese nicht so oft zu benutzen.
  • In Newman, im westaustralischen Outback, mussten wir zum dritten Mal abgeschleppt werden. Diesmal war die Ursache allerdings ein leerer Gastank. Unglücklicherweise funktionierte das Anlassen mit Benzin gerade nicht.
  • Eine Woche vor dem Verkauf kühlte der Kühlschrank nicht mehr, stattdessen roch es unerträglich. Auch die Reinigung der von rotem Staub überzogenen Kühlrippen half leider nichts.
  • Drei Tage vor dem Verkauf deutete die Batterie auf einen baldigen Streik hin. Hier fanden wir eine kurzfristige Lösung,  in dem die Batterie mit einer zusätzlich vorhandenen etwas aufgeladen werden konnte.
  • Am Tag des Verkaufs stellte der Käufer fest, dass ein Reifen so einseitig abgefahren wurde, dass der Draht schon durchlächelte. Zum Glück gab es ein Ersatzrad, was er wechseln konnte.

Am Ende unserer Reise durch Australien legten wir 21.000 Kilometer zurück und verbrauchten Unmengen an Benzin. Pi mal Daumen würde ich die Kosten hierfür auf EUR 2.800 beziffern. Die Unterhaltungskosten (Werkstatt, Service und Steuer) für unseren Onno blieben mit EUR 400 ebenfalls im überschaubaren Rahmen.

5 Gedanken zu „Onno’s Geheimnisse

  1. Heike

    Hab mir schon gedacht, daß da noch paar Episoden kommen weden 😉 Aber ihr habt ja alles im Griff und werdet jede Situation schon meistern. Weiterhin viel Spaß und einen schönen Restfeiertag.
    LG

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  2. Anne

    Na hoffentlich habt ihr genug Tönung für die grauen Haare der letzten Tage aber ich kann euch trösten, wir haben mitgelitten. Ende gut, alles gut? Auf zu neuen „Un“taten! Viel Spaß für den nächsten Abschnitt eurer Reise. Liebe Grüße aus der Heimat.

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  3. Michael Beitragsautor

    Graue Haare haben wir nicht bekommen, dafür Blonde und Lange. Nun haben wir noch genügend Zeit, um Adelaide nochmal genauer anzusehen.

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  4. Joh

    Blonde und lange Haare! … YEEAHHH … :)))))
    Viel Glück und Gottes Segen auf all euren Wegen!
    Freue mich euch gesund wieder in die Arme schliessen zu können.
    Liebste Grüße aus idiote city … 😉

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  5. Katrin

    Hallo ihr Beiden, so stellt man sich doch gute Kunden vor….. Aber ihr bekommt ja alles selbst in Griff. Wenn es für euch bestimmt nicht immer gleich zum lachen war – wir habens getan :). Aber wie heißt es doch – wenn einer eine Reise tut….. Uwe ist gestern erholt und braungebrannt wieder zu hause angekommen. Euch wünschen wir noch eine gute Zeit, meistert alles so weiter wie bisher. Bis bald mal. Liebe Grüße

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