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München Marathon 2014

Nach unserer Reise bin ich natürlich noch nicht in Form, um beim diesjährigen Marathon in München mit am Start dabei zu sein. Stattdessen nutzte ich die Zeit an der Strecke zur Erstellung eines kurzen Video-Clips. Nach der zuletzt kleinen Stadtführung durch Berlin folgt nun also eine schnelle Zusammenfassung des Marathonlaufes aus der bayerischen Metropole.

 

München Marathon 2013 mit neuer persönlicher Bestzeit

bei km32Wieder einmal ist es soweit – es ist Marathonzeit! Ich wachte schon recht früh am Morgen auf, die Uhr zeigte 6:30 Uhr und ich hörte auf dem Dach ein leises und rhythmisches Klopfen. Es regnete! Ohh nein, bitte nicht, dachte ich mir und sah gleich auf das aktuelle Regenradar in der WetterApp. Der Prognose zur Folge sollte es gegen 8 Uhr trocken werden und auch aufziehen. Vielen Dank an die Wetterfrösche, es gibt wohl kein besseres Timing. 8:50 Uhr traf ich mich mit Jan und wir fuhren mit dem Radl gemütlich zur Werner von Linde Halle, wo wir im Rahmen der Studie zum Marathon unsere Rucksäcke ablegten. 9:20 Uhr ging es zum lockeren Einlaufen, 9:40 Uhr etwas Stretching, 2 kurze Steigerungen und 9:55 Uhr ab in den Startblock. Es war schon ziemlich eng, aber etwas Platz ist immer. Die Position in der fünften Reihe bezogen, warteten wir nur noch wenige Minuten auf den Startschuss. Pünktlich 10 Uhr starteten wir auf die 42,195 Kilometer lange Strecke.

Zusammen mit Martin lief ich den ersten Kilometer ein paar Sekunden unter unserem geplanten Tempo an. Aber mit 3:38min/km machten wir nichts verkehrt. Kontrolliert liefen wir die ersten Kilometer weiter, ehe Patrick (ein weiterer Läufer der LG) zu uns stieß. Schnell fand sich eine Gruppe von etwa 10 Läufern. Diese Gruppe sollte uns noch länger begleiten. Kilometer für Kilometer lief es wie ein Uhrwerk, alles perfekt. Die 10-km-Marke überquerten wir nach 36:46 min. Am ersten größeren Verpflegungsstand bei km 14 aß ich ein Stück Banane, hin und wieder trank ich einen Schluck Wasser. Bald schon liefen wir auf die Halbmarathon-Marke zu, wo wir schließlich in 1:17:53 h durchgingen. Immer noch ein super Tempo, sogar etwas schneller als geplant. Nun ein paar mal links und rechts Abbiegen, ehe man bei km 26 auf die Rosenheimer Straße biegt und sich dem Stadtzentrum nähert. Nach 1:50:22 h legten wir nun schon 30 km in der gleichen Gruppe zurück. Das Foto oben zeigt uns bei km 32 am Odeonsplatz.

muc-marathonBald biegt die Strecke nochmal nach links in das Museumsviertel ab. Nun beginnt das Rennen auch ernster zu werden, da die Gruppe plötzlich innerhalb weniger Meter auseinander fällt. Patrick und Martin setzen sich ein paar Meter ab, ich entschließe mich auch mitzugehen, da ich unbedingt dran bleiben möchte. Bei km 35 laufen wir schon jeweils im Abstand von etwa 10 Metern hintereinander. Ich habe nur noch Patrick vor mir und natürlich meine mögliche neue Bestzeit im Kopf. Schließlich waren wir immer noch auf einem Kurs von etwa 2:36 h. Doch so langsam wird es auch bei mir zäh. Gerade noch so, dass ich einen halbwegs vernünftigen Schritt zusammen bekomme, passiere ich das Schild mit der Aufschrift km 37. Patrick weg, hinter mir keiner. Jeder lief nun völlig allein sein eigenes Rennen zu Ende. Wie schwer es auf den letzten Kilometern werden kann, weiß ich genau. Deswegen ließ ich nun nichts mehr anbrennen und lief nur so schnell, wie ich gut laufen konnte. Denn ich verspürte nach 40 Kilometer auch schon Verspannungen im Hüftbereich. Leider verlor ich auf den letzten Kilometern, des sonst so tollen Rennens, fast drei Minuten und einige Plätze. Am Ende kann ich mit meiner neuen persönlichen Bestzeit von 2:38:49 h jedoch sehr zufrieden sein. Denn irgendwas mit 2:38 h wollte ich laufen und wusste, dass ich es kann. Natürlich hat es mich auch sehr gefreut, viele bekannte Gesichter am Streckenrand zu sehen – einschließlich Eltern und Freunde, die mit Auto und Rad mehr Kilometer zurückgelegt haben, als ich zu Fuß!

Weitere Fotos und Eindrücke gibts hier.

Düsseldorf Marathon – 2:45:31h

28. April 2012 um 10:20 Uhr Abflug nach Düsseldorf. Nach einer langen Vorbereitung ist es wieder soweit – es ist wieder Marathon-Zeit. In der langen Vorbereitungsphase (seit November 2011) lag der Fokus zunächst voll und ganz auf den Grundlagen. Erhöhung des Grundlagenausdauertempo von etwa 4:30 min/km auf 4:10 min/km und schneller sollte das Ziel sein. Daran arbeitete ich eifrig Tag für Tag und Woche für Woche, bis ich nach drei Monaten genug davon hatte. Ende Januar begann ich mit den ersten Tempoläufen. Aufgrund der winterlichen Bedingungen zog ich mir gleich eine leichte Muskelveretzung zu, ehe ich Ende Februar für zwei Wochen die Laufschuhe ganz im Schrank lassen musste. Eine Sehnenentzündung war der Auslöser für die kurze Zwangspause. Mit Schwimmen und Aquajogging versuchte ich mich einigermaßen fit zu halten. Im März dann endlich ein paar Tempoeinheiten. Die Höhepunkte der Vorbereitung waren dann ein 10 km WK in Lengenfeld (35:03 min) sowie die DM im Halbmarathon in Griesheim (1:16:55 min).

Zwei Wochen nach dem Halbmarathon war es dann auch schon soweit. Mit nicht ganz optimaler Vorbereitung, aber mit gutem Gefühl stand ich am Sonntag 9 Uhr zusammen mit meinem Vereins- und Trainingskollegen Jan Müller (2:28:10 h !!!) am Start. Es ging gleich von Beginn an bestens los. Das Tempo passte auf die Sekunde nach Plan (3:48 min/km). Es dauerte etwa drei Kilometer, bis sich das Feld zu kleinen Gruppen sortierte. Bei Kilometer 10 ging es in 37:40 min durch. Alles nach Plan, sogar mit ein paar Sekunden Puffer. Es lief Kilometer für Kilometer sehr gut. Voll im Schritt ging es bei der Halbmarathon-Marke in 1:19:53 h durch. Weiter bis Kilometer 30 (1:53:44 h) alles in Ordnung, aber nun merkt man, dass man schon einige Kilometer gelaufen ist. Bis Kilometer 33 lief ich konstant im geplanten Tempo. Nun wurde es jedoch schwieriger. Ich beschloss das Tempo etwas herauszunehmen, um möglichst gut durchzukommen. Jetzt wurde es immer härter und ich konnte meinen Schritt nicht mehr richtig kontrollieren. Die fehlenden Tempodauerläufe schlagen nun voll ein. Aber es ging weiter, immer weiter. Nun Kilometer 39, dann 40, das Ziel kommt immer näher – nun hieß es Augen zu und durch! Meine Wunschzielzeit war schon in weite Ferne gerückt, aber wenigstens 2:45 h sind immer noch erreichbar. Auf dem letzten Kilometer konnte ich nochmal 15 Sekunden zulegen. Am Ende erlief ich eine neue persönliche Bestzeit, die gefühlt schon lange überfällig war – nach 2:45:31 h blieb die Uhr für mich stehen!

Die Stimmung zum Lauf in Düsseldorf war etwas gedrückt, aber Dank der neuen Bestzeit konnte ich am Ende auf jeden Fall zufrieden sein! Denn 2:45 h muss man auch erst einmal laufen! Nun heißt es ordentlich regenerieren, um dann eine Serie von Tempoläufen aufzubauen. Das nächste Marathon Event habe ich schon vor Augen, vermutlich wird es zum dritten Mal ein Heimspiel werden.

München Marathon

München Marathon – 2:55:24h

Frische 5° C zeigte das Thermometer am Morgen an. Der Himmel war noch leicht bedeckt, aber es war trocken! Nach einem kleinen Frühstück bestehend aus Reiswaffeln mit Honig und mehreren Gläsern Wasser, legte ich die Beine nochmal hoch, ehe es um 9:15 Uhr Richtung Start ging. Der Start an der Ackermannstr. liegt 1,8 km von daheim entfernt. Eine perfekte Länge zum lockeren Einlaufen. Anschließend leichtes Stretching und Vorbereitung auf den Start.

Punkt 10 Uhr fiel der Startschuss. Ich reihte mich etwa in Reihe 10-15 ein, sodass ich nicht, wie viele andere, die ersten Meter in 3:30 min/km beginne. Das Schild bei km 1 passierte ich nach 3:48 min – ein perfekter Start in das Rennen! Schnell fand ich in mein Tempo von 3:50 min und lief wie eine Maschine Kilometer für Kilometer die gleiche Zeit.

Hier die Zwischenzeiten aller 5 km:
0-5 km 19:01 min; 5-10 km 18:57 min; 10-15 km 19:05 min; 15-20 km 19:20 min; 20-25km 19:11 min; 25-30km 19:36 min;  30-35km 21:05 min; 35-40 25:53 min

Bis km 17 lief ich in einer kleinen Gruppe von 5 Läufern immer das gleiche Tempo. Danach war ich plötzlich allein. Die Zwischenzeiten bestätigen, dass ich nicht schneller geworden bin. Also auf geht’s dachte ich mir und zog alleine weiter. Die einsamen Kilometer im Münchner Osten waren bei leichtem Gegenwind nicht gerade das Sahnestück der Strecke. Aber auch diesen Abschnitt lief ich konstant bis km 28. Nun nahm ich ein Gel von der Streckenverpflegung und lies es die nächsten Kilometer etwas lockerer angehen, ich verringerte das Tempo mit Absicht, um etwa auf den letzten sieben Kilometern nochmal richtig Gas geben zu können.

Leider wurde daraus nichts, ab km 33 musste ich wegen festen Waden immer langsamer laufen, um einen starken Krampf und damit dem vorzeitigem Aus zu entgehen. Am Königsplatz bei km 35 standen meine Eltern und Freundin am letzten Streckenpunkt zum Anfeuern. Irgendwie kämpfte ich mich Meter für Meter voran, bis ich endlich nur noch 2 km vor mir hatte. Die letzten Meter kenne ich bestens (hier laufe ich immer meine Tempoläufe), doch leider musste ich gleich zweimal anhalten und die Waden dehnen, es ging nun gar nichts mehr. Einfach nur noch ins Ziel, dachte ich mir.

Nach 2:55:24 h lief ich leicht enttäuscht, aber dennoch glücklich ins Ziel gekommen zu sein, über die Ziellinie. Sogar fast noch eine neue persönliche Bestzeit, aber etwas weiter vom eigentlichen Ziel entfernt. Nun heißt es erstmal ausruhen und Beine hochlegen, denn die letzten Wochen des harten Trainings stecken auch noch in den Knochen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es weiter geht. Nun erst recht!

Weitere Fotos rund um meinen 2. München Marathon.

Hamburg Marathon – 3:11:25h

Bereits am Freitag reisten wir nach Hamburg, diesmal ging es per Flugzeug zum Wettkampf. Was für ein großartiges Gefühl. Die Stimmung war super, das Wetter fast perfekt, insgesamt ein sehr gutes Gefühl. Endlich Laufen – mehrere Wochen und Monate trainierte ich nur für diesen einen Moment. Nun ja, ein Moment, der 42,195 Kilometer lang ist. Am Samstag holte ich die Startunterlagen auf dem Heiligengeistfeld ab und traf mich mit einigen Läufern vom #twitterlaufftreff. Ganz entspannt unterhielten wir uns diesmal face to face. Gewöhnlich „spricht“ man ja nur per Twitter miteinander. Nun nochmal die Beine hochlegen und entspannen!

Am Sonntag um 9 Uhr war Start. Das heißt 8 Uhr vor Ort, 7:15 Uhr Abfahrt und spätestens 6:30 Uhr aufstehen. Am morgen ist es schon sehr sonnig und 8 Uhr sind bereits 17° Celsius. Puhh das wird nicht nur warm werden, sondern auch heiß! Heiß bin ich auch. Etwas Einlaufen, Dehnen und ein paar Antritte, dann geht es auf in den Startblock. Noch keine zwei Minuten im Block, geht es auch schon los. Wie immer sprinten die Freizeitläufer der Elite hinterher. Ich versucht mich weitestgehend  heraus zuhalten. Nunja, der erste Kilometer war mit 3:35min dennoch ein paar Sekunden zu schnell. Ich lief locker weiter und bremste noch etwas, bis ich das Tempo 3:50 bis 3:55 einpendelte. Ich spürte förmlich die Energie in mir und muss mich immer wieder bremsen. Besser 3-4 Sekunden langsamer laufen als eine gut gefühlte 3:47!

Bei km 8 fanden sich endlich kleine Gruppen zusammen, di ein gleichmäßiges Tempo liefen. Ich war in einer Fünfergruppe mit dabei. Hinunter zum Hafen peitschten und die Zuschauer nach vorn, wir lagen sehr gut in der Zeit, beinahe noch immer etwas zu schnell. Die Stimmung an der Strecke ist fantastisch, überall Zuschauer, soweit das Auge reicht. Aber nun wieder konzentrieren und auf die Strecke achten. Vor allem alle 2,5km an die Verpflegungsstelle und Wasser trinken. Denn es war nun schon 10 Uhr und es wurde immer wärmer. Dennoch lief es sehr gut. Kilometer für Kilometer ein gleichmäßiges Tempo. Bald kommt die Hälfte der Strecke – hier liefen wir in 1:21:43h über die Zeitmessung. Der Weg zur sub 2:45h ist erreichbar, wird aber sicher deutlich mehr Kraft kosten als die erste Hälfte. Nicht nur, weil die letzten drei Kilometer schon viel anstrengender waren. Sondern auch weil es mittlerweile etwa 25° Celsius heiß war. Schon nach nur zwei weiteren Kilometern musste ich leider den Gang herausnehmen. Die Hitze machte mir plötzlich richtig zu schaffen und somit einen Strich durch die Rechnung!

Erfahrung und Gefühl machten mir klar deutlich, dass das Ziel heute nicht erreicht werden kann. Zumindest nicht in der angestrebten Zeit. Also nahm ich den Gang weiter raus und genoss so weit ich konnte die tolle Atmosphäre an der Strecke. Ich brauchte noch 5-7 Kilometer, um mich wieder zu erholen. Irgendwann waren es 35 Kilometer, 38 Kilometer und das Ziel kam endlich immer näher. Bei km 40 musste ich sogar nochmal ganz anhalten und meine Beine dehnen, um einen kleinen Krampf zu vermeiden! So etwas hatte ich bisher noch nicht gespürt. völlige Leere und Erschöpfung!

Am Ende blieb die Uhr nach 3:11:25 h stehen und ich lief als 567. ins Ziel. Der Großteil der Läufer kam wegen den hohen Temperaturen auch erst viel später als erwartet in Ziel. Der Sieger (2:11h) meinte recht locker „Schade, dass es so heiß war, ich wäre gerne noch 1-2 Minuten schneller gelaufen“.

Am Montag flogen wir mit dem neuen Ziel im Kopf wieder zurück nach München. Aber nun erst einmal entspannen und ausruhen!

Weitere Fotos vom Hamburg Marathon