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Läuferzehnkampf in Trutnov

Start 10.000mNachdem ich im letzten Jahr nach langer Zeit einen 3000m Lauf auf der Bahn bestritt und mir das Laufen im Stadion wieder sehr viel Spaß bereitete, nahm ich mir für dieses Jahr fest vor, keinen Frühjahrsmarathon zu laufen. Stattdessen möchte ich den Fokus etwas mehr auf die Bahnsaison legen. Hierzu bot sich der Läuferzehnkampf sehr gut an. Eine mal etwas andere Veranstaltung als ein gewöhnliches Leichtathletik Meeting, bei dem man meist nur über eine Strecke startet. Die Wettkämpfe beim Läuferzehnkampf erstrecken sich über vier Tage. Wir reisten einen Tag vor Beginn an, da die Fahrt von München nach Trutnov (Tschechische Repuplik) etwa sechs Stunden dauerte. Es werden drei Tage je drei Disziplinen absolviert, am letzten Tag findet nur ein Rennen statt. Im Detail schaut dies wie folgt aus: Tag 1: 60m / 1500m /400m; Tag 2: 100m /3000m / 800m; Tag 3: 200m / 5000m / 1000m Tag 4: 10000m. Für jede erzielte Leistung gibt es Punkte, die durch eine komplexe Formel ermittelt werden. Auch werden die Startaufstellungen nach den erzielten Leistungen berechnet und orientieren sich nicht nach den Altersklassen. So kann es zum Beispiel sein, dass beim 200m Lauf auf der Nebenbahn ein Läufer aus der AK M60 startet und dennoch vier Zehntel schneller läuft, als man selbst.

Da ich noch keinerlei Erfahrung in einem Mehrkampf hatte, waren die Vorgehensweisen des ständigen Aufwärmens sowie Warmhaltens und Ruhepausen eine ganz neue Erkenntnis. Die erste Disziplin, der Sprint über 60m, wurde nach der Eröffnungsrede um 10 Uhr gestartet. Leider reiste ich ohne ein spezielles Sprinttraining absolviert zu haben an und startete auch nach Jahren zum ersten Mal wieder aus einem Startblock. Das Gefühl ist auf jeden Fall ganz anders als beim Start eines Straßenlaufes. Dies spiegelte sich dann auch in meiner Leistung wider. Fast schon katastrophale 8,95s standen am Ende auf der Uhr. Nun erstmal Durchatmen und die Konzentration auf das 1500m Rennen legen, was kurze Zeit später startete.

Grundsätzlich erhoffte ich mir über die Mittel- und Langstrecken deutlich besser abzuschneiden, als über die Sprintdistanzen. Im Einzelnen sah dies dann so aus:

Tag 1
60m 8,95 s
1500m 4:17:24 min (das Rennen begann ganz ordentlich, jedoch galt es noch ein Gefühl für die Rundenzeiten zu entwickeln)
400m 56,79 s (mein erstes 400m Rennen überhaupt. Bisher lief ich diese Distanz nur im Intervalltraining. Meine Taktik war ganz gut: etwas verhalten angehen, schneller werden und das Ding durchziehen ohne am Ende zu sterben)

 

Nach dem ersten Wettkampftag lag ich auf Rang 11.

Tag 2
100m 13,19 s (nicht gerade meine Paradestrecke, aber mit deutlich schlechteren Windverhältnissen als andere Läufe meiner Konkurrenten, habe ich die Strecke ganz gut gemeistert)
3000m 9:20:80 min (die zweite Mittelstrecke der Veranstaltung, es wurde Zeit in der Gesamtwertung etwas aufzuholen. Jedoch lief ich die 3000m etwas verhalten und konzentriert, so dass ich nicht schon jetzt alle Körner verballerte…)
800m 2:05:23 min (…schließlich galt es auch die 800m noch gut zu überstehen. Bei diesem Lauf lief ich von relativ weit hinten im Feld in der ersten Runde mit und orientierte mich nach 400m nach vorne, ehe ich auf der Zielgeraden nochmal richtig Gas gab)

Am Abend des zweiten Wettkampftages war ich echt schon etwas platt. Immerhin schon sechs Wettkämpfe in den Beinen. Aber ich hatte mich in der Gesamtwertung weiter nach oben geschoben. Nun schon auf Rang 8.

Tag 3
200m 26,64 s (gefühlt sind die 200m meine stärkste Sprintdistanz. Leider lief es nicht ganz so gut, wie erwartet. Das eine oder andere Zehntel habe ich hier auf jeden Fall liegen lassen)
5000m 16:08:24 min (nun ging es langsam richtig zur Sache. Bereits über 3000m lief ich mit dem späteren Gesamtsieger sehr lange Zeit vor dem restlichen Feld, was sich nun wiederholte. Wir wechselten uns mit der Tempoarbeit Runde für Runde perfekt ab, ehe ich nach 8 Runden etwas nachgeben musste)
1000m 2:45:62 min (die Freude auf einen 1000m Lauf war auch schon mal größer, so langsam schlaucht es ganz schön. Augen zu und durch, mitlaufen und am Ende drücken und kämpfen. Irgendwie hatte ich zwischen 550 und 700m einen kleinen Blackout oder Durchhänger. Es ging gerade nichts mehr und so entstand eine 10m große Lücke auf die ersten beiden Läufer, die ich im Anschluss nicht mehr vollständig schließen konnte. Taktisch sehr sehr schlecht, auch weil ich dadurch wieder einige wertvolle Punkte liegen ließ)

Am Ende des dritten Wettkampftages schob ich mich auf Platz 5 vor und war nun in Lauerstellung, schließlich standen die 10000m noch an.

Tag 4
10000m 33:39 min (jeder hatte nochmal die möglichen Punkte durchgerechnet, die man selbst bzw. die Konkurrenz erreichen könnte. Mein Ziel war es einen Kilometerschnitt von 3:20min zu laufen, um vielleicht am Ende auf eine tiefe 33er Zeit zu kommen. Ich lief mit dem späteren Sieger wieder sehr konstant in guter Teamarbeit Runde für Runde, wie ein Uhrwerk. Am Ende reichte es für eine neue Bestzeit über 10km, leider nicht für mehr. Denn der Drittplatzierte in der Gesamtwertung lief für einen Sprinter eine ganz anschauliche Zeit)

Nach vier Tagen und zehn Wettkämpfen erreichte ich bei meinem ersten Zehnkampf den 4. Platz, freute mich über die gerade gelaufene 10000m Bestzeit und ärgerte mich, dass ich eingangs über die 60m gleich mal 100 Punkte liegen gelassen hatte. Jene 100 Punkte fehlten mir am Ende zum Platz auf dem Treppchen. Insgesamt war die ganze Veranstaltung eine tolle Sache, viele nette Leute kennengelernt und eine Menge Spaß gehabt.

Prag

Sightseeing in Praha

PragAls vorerst letztes Sightseeingziel im Jahr 2006 stand am 24. September Prag auf dem Plan. Wieder ging es mit Condor in die Luft. Diesmal sogar für, wahrscheinlich nicht zu unterbietende, 18 Euro hin und auch wieder zurück. Normalerweise schläft man sonntags etwas länger, aber für einen günstigen Flug nach Prag steht man schonmal 5 Uhr morgens auf. Punkt 7:05 Uhr waren wir auch schon am Flughafen in Prag und versuchten unser tschechisch zu verbessern ;-). Mit einem alten Ikarus ging es dann in die Stadt. Natürlich war der erste Weg, wie immer, zur Touristeninformation. Nun waren wir ja schon fast alte Hasen und suchten uns wie immer ein nettes Zimmer und einen fahrbaren Untersatz. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten mit den tschechischen Fahrrädern fanden wir nun doch noch das Richtige. Los ging es quer durch die ganze Stadt. Hier links sieht man mich auf der bekannten Karlsbrücke. Zusammengefaßt gesagt, ist Prag schon recht westlich orientiert. Überall sieht man neue Auto’s und bunte, blinkende Werbepassagen.